Grundausrüstung für Gitarristen Hier ist eine Auflistung und kurze Beschreibung aller Gegenstände, die ein Gitarrist unbedingt haben sollte. Weitere Hilfsmittel, die nützlich, aber (besonders für Anfänger) verzichtbar sind, sind weiter unten aufgelistet. Manches Zubehör ist nur für elektrische Gitarren, manches nur für Westerngitarren etc. sinnvoll. Erste Kategorie: Unverzichtbar Stimmgabel
Die Stimmgabel kostet nur ein paar Euro und muss in jeden Gitarrenkoffer. Sie läßt uns nie im Stich. Sie ist auf A gestimmt, das ist auf der hohen E-Saite im V. Bund oder der Flageolettton auf der A-Saite im V. Bund. Eine prima Ausgangsbasis zum Gitarrestimmen. Stimmgerät
Ein elektronisches Stimmgerät dient mindestens drei Zwecken: - Anfänger kommen damit leichter zurecht
- Fortgeschrittene können schnell und bequem stimmen
- Auf der Bühne ist es unverzichtbar, um sowohl im allgemeinen Lärm sauber stimmen zu können als auch das Publikum nicht mithören zu lassen. Für Akustikgitarristen benötigt man ein (preiswertes) Gerät mit eingebautem Mikrofon, E-Gitarristen sollten für die Bühne ein Gerät mit Ein-und Ausgangsbuchsen verwenden, das immer angeschlossen bleibt. Stand 2007 ist das KORG DT10 optimal.
Das Stimmgerät ist aber nur Notlösung für diese Fälle. Jeder Gitarrist muss ohne Stimmgerät (mit Stimmgabel oder Klavier als Referenz) stimmen können und das normalerweise auch immer tun! (Ist es nicht paradox: Beim Stimmgerät guckt man, statt zu hören!) Plektren
Gitarren mit Stahlsaiten (E- oder Westerngitarren) werden normalerweise mit dem Plektrum gespielt. Zu empfehlen ist die Normalform, Anfänger spielen mittlere Stärken, 0,5 - 0,7 mm dick. Dünnere Picks sind nicht zu empfehlen, weil der Ton zu dünn klingt. Fortgeschrittene Gitarristen spielen um 1 mm dicke Plektren. Sehr gut sind Dunlop Tortex, wer kann spielt Clayton Acetal. Fußschemel
Für klassische Gitarre. Bringt das Instrument in die optimale Spielposition. Aber auch Westerngitarristen können ihn (rechtsseitig) nutzen. Für die Pflege der Gitarre: Für den regelmäßig fälligen Saitenwechsel braucht man ein paar Kleinigkeiten, aber auch für die Pflege des Instruments muss man ausgerüstet sein, wenn es nicht nur gut aussehen, sondern auch lange halten soll. Baumwolltuch 1 Damit werden nach dem Spielen die Saiten abgewischt. Man zieht es auch zwischen Griffbrett und Saiten durch, dann sind sowohl die Unterseite der Saiten als auch die Bünde und ihre Zwischenräume sauber. So halten die Saiten länger (!), und es ist auch hygienischer. Nichts ist unangenehmer als eine Gitarre mit schmierigem Hals und Saiten, an deren Unterseite sich sichtbarer Dreck angesammelt hat. Als Baumwolltuch eignet sich ein Teil eines alten unbedruckten T-Shirts. Ein Saitenreiniger (z.B. D'Andrea oder Gibson) ist nützlich, reiner Alkohol oder Spiritus tuns auch. Baumwolltuch 2 Damit wird das Griffbrettöl aufgetragen (siehe unten) Mikrofasertuch (oder Baumwolltuch 3) Damit wischt man vorsichtig die Oberfläche der Gitarre (alle lackierten Teile) sauber. Ist die Gitarre stark verschmutzt, feuchtet man das Tuch mit etwas Wasser mit einem Tröpfchen Spülmittel an und wischt das Instrument anschließend trocken. Auf keinen Fall darf aber Wasser an unlackierte Holzteile (Griffbrett) oder an die Elektrik kommen! Vorsicht ist geboten z.B. bei sehr teuren Gitarren mit Schellackoberfläche. Im Zweifel den Lehrer oder Fachmann im Musikgeschäft fragen. Seitenschneider
Nicht "Saitenschneider", obwohl man leicht auf diese Idee kommen könnte, weil man ihn genau dafür verwendet, um die überstehenden Enden der Saiten an den Mechaniken abzuzwicken. Es sollte nicht das billigste Teil aus der Wühlkiste sein, weil diese bei harten Stahlsaiten schnell schartig werden. Saitenkurbel
Diese braucht man, weil man sonst beim Saitenaufziehen (vor allem bei Nylonsaiten) endlos lange drehen muss. Griffbrettöl Griffbretter aus Ahorn sind in der Regel lackiert und werden genauso gepflegt wie oben beschrieben. Alle anderen Griffbretter sind aus dunklen Hölzern wie Palisander, Ebenholz oder verwandten Arten. Diese sollten zwei- bis viermal pro Jahr mit speziellem Griffbrettöl (Lemonoil) behandelt werden, um der Austrocknung vorzubeugen. Dazu feuchtet man eine Ecke des Baumwolltuches an und verreibt das Öl sanft auf dem ganzen Griffbrett. Wenn man viel spielt, sammelt sich auf dem Griffbrett Schmutz an (leicht zu sehen, wenn man die Gitarre gegen das Licht hält. Unten ein extremes Beispiel). Dieser Schmutz wird vom Öl aufgeweicht und lässt sich nach ein paar Minuten sauber wegwischen. Man kann das Tuch um ein Plektrum herumschlagen und damit leicht auch die Kanten der Bundstäbchen erreichen. Öl, das nicht aufgesaugt wird, wischt man mit dem Tuch weg, bei sehr trockenen Griffbrettern muss man aber mehrmals Öl auftragen.
Lemonoil gibt ein wunderbares Spielgefühl und riecht auch angenehm. Allerdings sollte das Öl vor dem Saitenaufziehen vollständig eingezogen sein. Andere Substanzen sind ungeeignet. Waffenöl z.B. ist gut für Waffen, Babyöl für Babypopos, und Olivenöl für die Küche - das alles wird tatsächlich von manchen Leuten für Griffbretter empfohlen! Grober Pinsel Hier genügt der billigste aus dem Baumarkt. Er muss nämlich lediglich den Staub wegpinseln, den man mit dem Tuch nicht erreicht. Pinzieher
Ein nützliches Werkzeug, das man nur bei Westerngitarren braucht. |